Falschgeldaufkommen im erstem Halbjahr 2006 Frankfurt am Main, 2006-07-13 (Deutsche Bundesbank)
Einem Rückgang gefälschter Banknoten steht ein Anstieg gefälschter Münzen entgegen
Im ersten Halbjahr 2006 hat die Deutsche Bundesbank rund 25.000 falsche Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr registriert. Die Schadenssumme liegt bei 1,7 Mio. €. Somit ist das Aufkommen an falschen Banknoten im Berichtszeitraum rund ein Viertel niedriger als im 2. Halbjahr 2005. Die Fälschungen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stückelungen:
| Noten |
5€ |
10€ |
20€ |
50€ |
100€ |
200€ |
500€ |
| %
| 1,5 |
4,4 |
15,3 |
56,9 |
13,9 |
6,1 |
1,9 |
Die Mehrzahl der Fälschungen entfällt trotz eines deutlichen Rückgangs im Vergleich zum vorangegangenen Halbjahr wieder auf die 50 Euro-Note. Eine signifikante Steigerung der Fälschungen der 20 Euro-Note, wie in anderen Ländern der Euro-Zone zuletzt beobachtet, blieb in Deutschland bisher aus. Mit rund sechs Fälschungen auf 10.000 Einwohner pro Jahr liegt Deutschland deutlich unter dem Durchschnitt der Euro-Zone.
Diese erfreuliche Entwicklung ist insbesondere auf die erfolgreiche Ermittlungsarbeit der Polizei auf nationaler und europäischer Ebene zurückzuführen. In jüngster Zeit konnten vor allem in Südeuropa einige bedeutende Fälscherwerkstätten ausgehoben werden. Auch die Präventionsmaßnahmen der Deutschen Bundesbank dürften einen Beitrag zum Rückgang der Falschgeldzahlen geleistet haben.
Trotz der zur Zeit rückläufigen Zahlen gibt es jedoch keinen Grund zur Entwarnung. Banknoten sollten stets aufmerksam geprüft werden, da ansonsten insbesondere für Kassenpersonal die Gefahr besteht, durch Falschgeld getäuscht zu werden. Für Falschgeld gibt es bekanntlich keinen Ersatz.
In die überprüfung sollte man immer mehrere Sicherheitsmerkmale einbeziehen, denn die Sicherheit der Euro-Banknoten liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale. Hilfreich ist dabei eine Prüfung nach dem Prinzip "Fühlen Sehen Kippen". Auf der Vorderseite der Banknoten sind z.B. erhabene Teile des Druckbildes (Schriftzug "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand) zu fühlen, das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht erkennen, die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote. Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 €) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 €) beim Kippen der Noten geprüft werden. Fälschungen, die sich nicht auf diese Weise erkennen lassen, sind bisher nicht aufgetreten. Empfehlenswert ist es, bei der überprüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich heranzuziehen.
Bei der überprüfung von Banknoten mit Hilfsmitteln wie Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen sollte berücksichtigt werden, dass sich nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen lässt.
Im ersten Halbjahr 2006 hat die Deutsche Bundesbank rund 39.000 falsche Euro-Münzen im deutschen Zahlungsverkehr registriert. Auf ein Halbjahr bezogen ist dies das höchste bisher festgestellte Aufkommen. Gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr ist ein Anstieg um fast 40 % zu verzeichnen. Die Fälschungen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stückelungen:
| Münzen |
50 cent |
1 € |
2 € |
| % |
0,6 |
4,0 |
95,4 |
Euro-Falschmünzen sind in der Regel nur bei sehr sorgfältiger Prüfung visuell von echten Münzen zu unterscheiden. Folgende Hinweise können die Echtheitsprüfung von Münzen erleichtern:
Bei echten Münzen tritt das Münzbild deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor. Münzfälschungen wirken dagegen oft verschwommen und weisen häufig Unebenheiten auf. Auch die Farbtönung weicht in der Regel von echten Münzen ab. Die Randprägungen der echten 2 €-Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt, während Fälschungen häufig unvollständige oder unregelmäßige Randprägungen aufweisen. Mitunter fehlen die Randprägungen vollständig. Bei der überprüfung von Münzen sind Magnete als einfaches Hilfsmittel äußerst nützlich. Echte 1 €- und 2 €-Münzen sind nur schwach magnetisch und bleiben am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fälschungen hingegen werden in der Regel nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.
Die Deutsche Bundesbank bietet im Rahmen der Falschgeldprävention kostenlose Schulungen für Kreditwirtschaft, Einzelhandel und andere Interessierte an. Insgesamt wurden im 1. Halbjahr 2006 bundesweit ca. 400 Schulungsveranstaltungen mit rund 8.000 Teilnehmern durchgeführt. Neben den Schulungsangeboten stehen Informationsmaterialien in Form von Broschüren, CD-ROMs und Postern für jedermann zur Verfügung. Die Informationsangebote auf der Homepage der Deutschen Bundesbank (http://www.bundesbank.de/bargeld/bargeld_falschgeld.php) bzw. der Europäischen Zentralbank (http://www.ecb.int/bc/banknotes/security/recognise/html/index.de.html) werden regelmäßig angepasst und weiter verbessert.
Die Deutsche Bundesbank rät dringend, falsche Banknoten und Münzen umgehend der Polizei anzuzeigen und dort abzugeben.
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[EuroTracer's Comment: See also last January's article of the Deutsche Bundesbank.] Original Source |