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Sunday, 2010-09-05 GMT  
 
Falschgeldaufkommen im zweiten Halbjahr 2006
Frankfurt am Main, 2007-01-12 (Deutsche Bundesbank)

Weniger falsche Banknoten registriert
Im zweiten Halbjahr 2006 hat die Deutsche Bundesbank 21.039 falsche Euro-Banknoten im deutschen Zahlungsverkehr registriert. Die Schadenssumme liegt bei 1,5 Mio. €. Somit ist das Aufkommen an falschen Banknoten im Berichtszeitraum 16 % niedriger als im 1. Halbjahr 2006. Die Fälschungen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stückelungen:

Noten 5€ 10€ 20€ 50€ 100€ 200€ 500€ Gesamt
Anzahl 302 701 3.978 8.692 5.371 1.657 338 21.039
% 1,5 3,3 18,9 41,3 25,5 7,9 1,6 100,0

In Deutschland bleibt die 50 Euro-Note trotz eines erheblichen Rückgangs in den letzten Monaten die am häufigsten verbreitete Fälschung. Einen deutlichen Anstieg gab es dagegen bei den Fälschungen der 100 Euro-Note. Insgesamt liegt Deutschland mit rund fünf Fälschungen auf 10.000 Einwohner pro Jahr nach wie vor weit unter dem Durchschnitt des Euro-Raums.

Die Gesamtzahl der im deutschen Zahlungsverkehr in 2006 registrierten falschen Euro-Banknoten beträgt rund 46.000 Stücke mit einer Schadenssumme von 3,2 Mio. €. Im Jahr 2005 belief sich das Aufkommen an falschen Euro-Banknoten noch auf 74.000 Stücke mit einer Schadenssumme von 4,9 Mio. €.

Diese erfreuliche Entwicklung ist insbesondere auf die erfolgreiche Ermittlungsarbeit der Polizei auf nationaler und internationaler Ebene zurückzuführen. So konnten im Jahr 2006 mehrere Fälscherwerkstätten ausgehoben und Verteilerringe zerschlagen werden. Auch die Präventionsmaßnahmen der Deutschen Bundesbank dürften zum Rückgang der Falschgeldzahlen beigetragen haben.

Falsche Banknoten erkennen
Trotz der zur Zeit rückläufigen Zahlen gibt es keinen Grund zur Entwarnung. Banknoten sollten stets aufmerksam geprüft werden, da ansonsten – insbesondere für Kassenpersonal – die Gefahr besteht, durch Falschgeld getäuscht zu werden. Für Falschgeld gibt es bekanntlich keinen Ersatz.

In die Prüfung sollten mehrere Sicherheitsmerkmale einbezogen werden, denn die Sicherheit der Euro-Banknoten liegt im Zusammenspiel der verschiedenen Merkmale. Hilfreich ist dabei eine Prüfung nach dem Prinzip "Fühlen – Sehen – Kippen":

  • Auf der Vorderseite der Banknoten sind z.B. erhabene Teile des Druckbildes (Schriftzug "BCE ECB EZB EKT EKP" am oberen Rand) zu fühlen.
  • Das Wasserzeichen lässt sich im unbedruckten Bereich in Durchsicht erkennen.
  • Die Hologrammelemente verändern sich beim Kippen der Banknote.
  • Auf der Rückseite kann der Perlglanzstreifen (Stückelungen bis 20 €) oder der Farbwechsel der rechten Wertzahl (Stückelungen ab 50 €) beim Kippen der Noten geprüft werden.

Fälschungen, die sich nicht auf diese Weise erkennen lassen, sind bisher nicht aufgetreten. Empfehlenswert ist es, bei der Prüfung einer verdächtigen Banknote eine zweifelsfrei echte Banknote zum Vergleich heranzuziehen.

Bei der Prüfung von Banknoten mit Lupen, Prüfstiften oder UV-Lampen lässt sich nicht immer ein eindeutiges Prüfergebnis erzielen.

Münzfälschungen im Jahresvergleich gestiegen
Im zweiten Halbjahr 2006 hat die Deutsche Bundesbank 37.866 falsche Euro-Münzen im deutschen Zahlungsverkehr registriert. Die Fälschungen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Stückelungen:

Münzen 50 cent 1 € 2 € Gesamt
Anzahl 429 1.386 36.051 37.866
% 1,1 3,7 95,2 100,0

Gegenüber dem vorangegangenen Halbjahr stellt dies zwar einen Rückgang um 3 % dar. Dennoch wurden im Jahr 2006 insgesamt rund 77.000 falsche Münzen im deutschen Zahlungsverkehr festgestellt. Dies ist auf ein Jahr gesehen das bisher höchste Falschmünzaufkommen seit Einführung des Euro. Im Vorjahr lag das Aufkommen bei 46.300 falschen Münzen.

Münzen auf Echtheit prüfen
Euro-Falschmünzen sind in der Regel nur bei sehr sorgfältiger Prüfung visuell von echten Münzen zu unterscheiden. Folgende Hinweise können die Echtheitsprüfung von Münzen erleichtern:

  • Bei echten Münzen tritt das Münzbild deutlich abgegrenzt aus dem Münzgrund hervor. Münzfälschungen wirken dagegen oft verschwommen und weisen häufig Unebenheiten auf.
  • Die Farbtönung weicht in der Regel von echten Münzen ab.
  • Die Randprägungen der echten 2 €-Münzen sind gestochen scharf in den Münzrand eingeprägt. Fälschungen weisen häufig unvollständige oder unregelmäßige Randprägungen auf.
  • Echte 1 €- und 2 €-Münzen sind nur schwach magnetisch und bleiben am Magneten haften, lassen sich dann aber auch leicht wieder ablösen. Fälschungen hingegen werden in der Regel nicht angezogen oder haften sehr fest am Magneten.

Falschgeldprävention
Die Deutsche Bundesbank bietet kostenlose Schulungen für Kreditwirtschaft, Einzelhandel und andere Interessierte an. Insgesamt besuchten rund 11.000 Personen im Jahr 2006 bundesweit ca. 550 Schulungsveranstaltungen. Auf Messen und anderen Veranstaltungen haben sich mehr als 150.000 Besucher über den Schutz vor Falschgeld informiert.

Informationsmaterialien in Form von Broschüren, CD-ROMs und Postern können bei der Deutschen Bundesbank bestellt werden. Die Informationsangebote im Internet der Deutschen Bundesbank (http://www.bundesbank.de/bargeld/bargeld_falschgeld.php) bzw. der Europäischen Zentralbank (http://www.ecb.int/bc/banknotes/security/recognise/html/index.de.html) werden regelmäßig aktualisiert.

Die Deutsche Bundesbank rät dringend, falsche Banknoten und Münzen umgehend der Polizei anzuzeigen und dort abzugeben.


Deutsche Bundesbank | Kommunikation | Wilhelm-Epstein-Straße 14 | 60431 Frankfurt am Main
Internet: http://www.bundesbank.de | E-Mail: presse-information@bundesbank.de
Telefon +49 (0) 69 9566-3511, -3512 | Fax +49 (0) 69 9566-3077
Bei publizistischer Verwertung wird um Angabe der Quelle gebeten.

[EuroTracer's Comment: See also last July's article of the Deutsche Bundesbank.]

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